Lambda-Wert von Dämmstoffen: Der Hersteller trägt die Verantwortung für die qualifizierte technische Dokumentation.

Lambda-Wert von Dämmstoffen: Der Hersteller trägt die Verantwortung für die qualifizierte technische Dokumentation.

Unser Ziel im Rahmen unsere Ideenfindung für Lösunginnovationen: Europäische Anforderungen für europäische Dämmstoffhersteller in einem ganzheitlichen Ansatz zu erfüllen. Die NETZSCH-Gerätebau-GmbH liefert neben den für die Qualitätssicherung von Dämmstoffen notwendigen Messgeräten und dem dazugehörigen Service im Bereich Wartung und Kalibrierung auch browserbasierte Datenmanagement-Lösungen zur standortübergreifenden, vernetzten Dokumentation von Prüfergebnissen und zur Verwaltung von Dokumenten. Dies ermöglicht Dämmstoffherstellern die problemlose Einhaltung der geforderten Pflichten. Alle geforderten Elemente der Dokumentation sind somit standortübergreifend ständig abrufbar.

In folgendem Artikel über die Pflichten des Dämmstoffherstellers zur qualifizierten technischen Dokumentation möchte ich zunächst auf die rechtlichen Grundlagen eingehen und einen Ausblick geben, wie wir mit Produkten und browserbasierten Datenmanagement-Lösungen der NETZSCH-Gerätebau-GmbH dabei helfen können, effizient die geforderte Dokumentation zu erstellen und zu archivieren.

Unser Ziel 

Unser Ziel im Rahmen unsere Ideenfindung für Lösunginnovationen: Europäische Anforderungen für europäische Dämmstoffhersteller in einem ganzheitlichen Ansatz zu erfüllen. Die NETZSCH-Gerätebau-GmbH liefert neben den für die Qualitätssicherung von Dämmstoffen notwendigen Messgeräten und dem dazugehörigen Service im Bereich Wartung und Kalibrierung auch browserbasierte Datenmanagement-Lösungen zur standortübergreifenden, vernetzten Dokumentation von Prüfergebnissen und zur Verwaltung von Dokumenten. Dies ermöglicht Dämmstoffherstellern die problemlose Einhaltung der geforderten Pflichten. Alle geforderten Elemente der Dokumentation sind somit standortübergreifend ständig abrufbar.

Neben der Einhaltung der Dokumentationspflicht ergibt sich noch ein weiterer Vorteil: Alle dokumentierten Messdaten aus der werkseigenen Produktionskontrolle stehen in Browser-basierten Dashboards quasi ad-hoc zur statistischen Auswertung zur Verfügung.

Alexander Frenzl

Falls Sie für Ihre Dämmstoffproduktion an weiteren Informationen zu diesem Thema interessiert sind, können Sie mich direkt kontaktieren unter alexander.frenzl@netzsch.com

Vier Wärmeleitfähigkeits-Prüfgeräte warten fertig kalibriert auf Auslieferung an vier Produktionsstandorte innerhalb von Europa. Im Rahmen des Aufbaus einer Muster-Qualitätssicherung wurden die Geräte in einem browser-basierten Dashboard vernetzt.
Vier Wärmeleitfähigkeits-Prüfgeräte warten in der Endkontrolle bei NETZSCH fertig kalibriert auf Auslieferung an vier Produktionsstandorte eines Dämmstoffherstellers innerhalb von Europa. Im Rahmen des Aufbaus einer Muster-Qualitätssicherung wurden die Geräte in einem browser-basierten Dashboard vernetzt.

 

Doch beginnen wir mir den gesetzlichen Grundlagen.

Basierend auf einem europäischen Rechtsstreit, bei dem es um die nationale Kennzeichnung von Dämmstoffen aus Deutschland mit dem Ü-Zeichen ging, hat der europäische Gerichtshof (EuGH) am 16.10.2014 im Urteil mit dem Aktenzeichen C-100/13  die Entscheidung getroffen, dass nationale Kennzeichnungen für Dämmstoffe mit einer 2-jährigen Übergangsfrist ab dem 15.10.2016  nicht mehr ausgestellt werden dürfen.

Demnach darf von der nationalen Bauaufsicht eine ergänzende Prüfung der Wärmeleitfähigkeit nicht mehr gefordert werden. Die Prüfung der Wärmeleitfähigkeit findet also im Rahmen der geltenden harmonisierten Produktnormen für Dämmstoffe statt und sichert die CE-Konformität in Herstellerverantwortung.

Doch was bedeutet das EuGH-Urteil vom 16.10.2014 für den Dämmstoffhersteller?

Wer im o.g. Urteil eine Lockerung der Leistungs-Anforderungen an Dämmstoffe sieht, der irrt. Die Einhaltung der europäischen Produktnormen – und damit die Erfüllung der Regularien zur CE-Konformität – ist Herstellerverantwortung.

In seinem Vortrag zur Fachtagung “EPS-Partikelschaum” 2019 (organisert vom SKZ in Würzburg) zum Thema “Qualitätssicherung an EPS unter heutigen Rahmenbedingungen” weist Wolfgang Albrecht, Leiter Zertifizierung am FIW-München, darauf hin, dass für die sogenannte “Qualifizierte technische Dokumentation” der Hersteller in der Pflicht ist. Die Verantwortung für die Qualität seiner Produkte kann der Hersteller somit nicht mehr an “notified bodies” (notifizierte Stelle) abtreten.

“Die Verantwortung für die Qualität seiner Produkte kann der Hersteller somit nicht mehr an “notified bodies” abtreten.”

-Wolfgang Albrecht, Leiter Zertifizierung am FIW-München-

Was ist die Mindestanforderung an die qualifizierte technische Dokumentation?

Wir zitieren an dieser Stelle den Wortlaut der FAQ-‘s zur Bauproduktenverordnung und Marktüberwachung des Deutschen Institutes für Baustofftechnik (DIBt):

In der vom Hersteller zu erstellenden technischen Dokumentation sollen alle wichtigen Elemente im Zusammenhang mit dem vorgeschriebenen System zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit beschrieben werden. Sie ist Grundlage für die Erstellung der Leistungserklärung.
(vgl. Art. 11 Abs. 1 Unterabs. 2 EU-BauPVO).

Zu den wichtigen Elementen gehören die in der EU-BauPVO nach Anhang V geforderten Bescheinigungen, die Bewertungen, Nachweise und Dokumentationen der vom Hersteller und, sofern gefordert, der von der notifizierten Stelle durchgeführten Schritte im Rahmen der Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit sowie alle technischen Unterlagen, anhand derer der Hersteller einen Produkttyp bestimmt hat.

Welche Pflichten hat der Hersteller?

Weiter heißt es in den FAQ’s des DIBt:

Der Hersteller ist vor allem verpflichtet,

  • die Leistungserklärung zu erstellen,
  • eine technische Dokumentation als Grundlage für die Leistungserklärung zu erstellen,
  • die CE-Kennzeichnung am Bauprodukt anzubringen,
  • sicherzustellen, dass seine Produkte ein Kennzeichen zu ihrer Identifizierung tragen,
  • seinen Namen, eingetragenen Handelsnamen/ eingetragene Marke und seine Kontaktanschrift auf dem Bauprodukt anzugeben (ggf. auf der Verpackung/den Begleitunterlagen),
  • die Leistungserklärung und technischen Unterlagen zehn Jahre ab dem Inverkehrbringen aufzubewahren (zu beachten sind ggf. abweichende Festlegungen in delegierten Rechtsakten der Kommission, die bisher noch nicht vorliegen),
  • ggf. an Stichproben von seinen, in Verkehr befindlichen oder auf dem Markt bereit gestellten Bauprodukten Prüfungen durchzuführen,
  • erforderliche Korrekturmaßnahmen zu ergreifen, wenn er Grund zu der Annahme hat, dass sein in Verkehr gebrachtes Bauprodukt nicht der Leistungserklärung oder sonstigen Anforderungen der EU-BauPVO entspricht (z. B. bei Reklamationen oder bei der Feststellung von Abweichungen von der erklärten Leistung im Rahmen der regelmäßigen Überwachung).

Der Hersteller unterliegt außerdem einer Herausgabepflicht gegenüber nationalen Behörden, die sich auf alle Informationen und Unterlagen bezieht, die für den Nachweis der Konformität des Bauprodukts mit der Leistungserklärung und der Einhaltung sonstiger Anforderungen nach EU-BauPVO erforderlich sind. Dies umfasst insbesondere

  • die technische Dokumentation,
  • die Leistungserklärung,
  • die Gebrauchsanleitung und Sicherheitsinformationen,
  • ggf. die Bescheinigung der Leistungsbeständigkeit oder die Bescheinigung der Konformität der werkseigenen Produktionskontrolle und
  • Prüfberichte für die Erstprüfung.

Browserbasiertes Datenmanagement

Im Rahmen meiner häufigen Besuche bei Dämmstoffherstellern und den Diskussionen mit den Qualitätsmanagern ist mir aufgefallen, dass quasi nirgends eine einheitliche Vorgehensweise bei der Datenspeicherung angewandt wird. Ich habe im Rahmen meiner Tätigkeit für die Dämmstoffindustrie schon sehr viele verschiedene tolle, eigengestrickte Lösungen gesehen, die allesamt aus verschiedensten Excel Tabellen bestehen. Die Dokumentation von Zertifikaten und Prüfzeugnissen erfolgt häufig im Filesystem.

Unser Ansatz basiert auf einer browserbasierten Datenmanagement-Lösung. Die Messgeräte, die selbst mit einem Messrechner verbunden sind, kommunizieren über https-Protokolle mit einer für den Hersteller spezifischen Datenbank. Alle Gerätebediener, Standorte, Produktionslinien und Messgeräte sind mit der zentralen Datenbank verbunden. Über spezielle Filter lassen sich tagesaktuelle Daten sogar mit Produtkionsbereichen teilen.

Sind die Daten erstmal in solch einheitlichen Strukturen untergebracht, gestaltet sich eine Weiterleitung in QS-System (z.B. SAP-QM) sehr einfach. Durch das offene Kommunikations-Datenformat “JSON” (JavaScrip Object Notation) können die verschiedendsten Messgeräte und “Datenlieferanten” angeschlossen werden. Somit steht dem Herstellerwerk EINE standardisierte Schnittstelle in firmeneigene ERP- und QS-Systeme zur Verfügung.

Anzeige über den Browser: Lambda 90/90 Berechnung aus Basis von online-Daten aus der Qualitätssicherung.
Anzeige über den Browser: Lambda 90/90 Berechnung aus Basis von online-Daten aus der Qualitätssicherung. Im linken Baum sieht man die vernetzten Standorte/Labore.

 

Einfach im Browser: Statistische Auswertung über vier Produktionslinien.

 

Fazit

Der neue Dokumentationsansatz von NETZSCH eröffnet dem Dämmstoffhersteller neue Möglichkeiten, der normativ geforderten Dokumentationspflichten nachzukommen. Einheitliche Schnittstellen erleichtern das eingliedern verschiedener Datenquellen. Aufwendige selbstprogrammierte Excel-Tabellen gehören der Vergangenheit an. Gleichzeitig erfüllen Sie die Anforderungen für die Dokumentation für freiwillige Überwachungssysteme, wie z.B. die KEYMARK oder die Zertifizierungssysteme des FIW-München.

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